Accessibility – Google belohnt Inklusion

Eingeschränkt das Internet zu nutzen kann furchtbar sein – dabei lohnt sich Inklusion doppelt, für mehr Besucher und ein besseres Ranking. 

Wir haben hier einige Tipps für euch zusammengefasst, wie eure Website für viele Menschen barrierefreundlicher wird und ihr gleichzeitig eure Position in den Suchmaschinen verbessert: 

Eure Seite für eingeschränkte Menschen nutzbar zu machen hat viele Vorteile: Mehr Kunden, eine neue Zielgruppe die das Internet überproportional benutzt, da sie darauf angewiesen ist und zudem eine bessere Stellung in den verschiedenen Suchmaschinen.

Accessibility steht für die Barrierefreiheit der Umgebung und natürlich des Internets, so dass dieses von allen Menschen genutzt werden kann, unabhängig von Alter, körperlicher und geistiger Möglichkeiten sowie technischer Einschränkungen.

 

Beim SEO-Faktor Accessibility unterscheidet man zwischen zwei verschiedenen Arten der Behinderung: Nutzer mit einer angeborenen oder entwickelten Behinderung und Nutzer mit einer situativen Behinderung.
Unter die erste Gruppe fallen Menschen mit Handicap, wie z.B. mit einer Einschränkung des Seh- oder Hörvermögens, mit motorischen oder kognitiven Beeinträchtigungen. Die zweite Gruppe ist künstlich eingeschränkt, etwa durch die Nutzung eines Smartphones, schlechter Verbindung oder eingeschränkter Zeit. Ein Nutzer kann selbstverständlich auch durch mehrere der genannten Punkte eingeschränkt werden, doch oft sind Websites nicht auf die kleinste Störung der Nutzung vorbereitet.

Eine Auslegung der Website auf diese Gruppen gewinnt nicht nur neue Kunden und bindet alte, auch Google belohnt den Aufwand mit einer verbesserten Sichtbarkeit.

 

Fakten rund um Accessibility

Allein in Europa gibt es ein mögliches Klientel von 70 Millionen Nutzern mit körperlicher oder geistiger Behinderung:

Prevalence_of_basic_activity_difficulties_or_disability,_by_sex_and_age,_EU,_2011_and_2012_(%)_DIS2015

 

2002 wurde in Deutschland die “Verordnung zur Schaffung barrierefreier Informationstechnik nach dem Behindertengleichstellungsgesetz”, kurz BITV, vorgestellt. Diese Vorschrift betrifft allerdings bislang nur Seiten der Bundesregierung und gilt  Unternehmen bis heute eher als Richtlinie denn als Standard. Leider spiegelt das ein kurzer Check im Web wider – nahezu jede Website weist Hindernisse für eingeschränkte User auf.

 

Wahrnehmung von Seiten: Code statt Frontend

Menschen mit Sehbehinderung nehmen Seiten nur sehr selten im klassischen Frontend war, bei geringer Einschränkung wird gerne ein Zoom genutzt sofern dieser entsprechend gut funktioniert. Alternativ kann auch der Code einer Seite ausgelesen werden, dies erfolgt mittels Sprachmodul oder Brailleauslesung. Der User muss sich so nicht auf seine Sicht verlassen, sondern kann die Seite per Hörsinn und Tastsinn aufnehmen.

 

Gleichbleibende Navigation

Eine besondere Gefahr für Online-Shops und Seiten mit vielen Unterseiten wie Bibliotheken oder Datensammlungen, ist die uneinheitliche Navigation, sobald ein Produkt oder eine Kategorie ausgewählt wurde. Eine einheitliche Navigation sorgt dafür, dass die Elemente ohne Sicht intuitiv bedient werden können. Suchfunktionen sollten deshalb auf jeder Seite an der exakt gleichen Stelle vorkommen.

 

Eindringliche Titel und Kontext

Kurze, knappe Titel, die den Inhalt der Seite zusammenfassen, zeigen den Bots nicht nur durch, was sie hier durchcrawlen müssen, sondern ermöglicht Menschen mit einer Beeinträchtigung des Sehvermögens, die auf einen Screenreader oder eine Brailleauslesung angewiesen sind, schnell ihre Seite zu erfassen. Jeder markierte Text einer Website, also die Überschriften, Links und hervorgehobenen Worte und Zeilen sollten zudem auch alleinstehend Sinn ergeben.

 

Checkt Logfiles

Logfiles ermöglichen den Nachvollzug aller getätigten Aktionen. So können einschleichende Fehler schnell wieder behoben werden.

 

HTML5 mit entsprechenden Befehlen

Zusatzseiten nicht länger außerhalb des Bodies, sondern innerhalb des Bodies lagern – eine permanente Aktualisierung erhält so eure Seite.

 

Ist meine Seite betroffen?

Die eigene Seiten checkt man am besten mit Usability Tests von betroffenen Menschen, allerdings gibt es drei Alternativen zu dieser aufwändigen Methode:

 

TAB-Check

Navigiert euch nur mithilfe der Tastatur durch eure Website – die Elemente sollten nicht nur erreichbar, sondern auch intuitiv steuerbar sein. Können Menüs ausgeklappt werden? Besitzen Formulare eine klare und gelernte Struktur? Und ergibt die Navigation per Tab Sinn?

 

Smartphone-Check

Nutzt ein Smartphone um die Desktopvariante eurer Seite zu erreichen. Durch den kleineren Bildschirm, der Abhängigkeit zum Zoom und die Reduktion der Websitekontrolle per Touch können Fehler aufdecken.

 

Check mittels Web Accessiblity Tool

Das kostenfreie Tool http://achecker.ca/checker/index.php zeigt die Schwächen und Einschränkungen einer Website für Personen mit Behinderung auf. Eine gute Möglichkeit, um Unsicherheiten zu überprüfen.

 

Text und Nicht-Text

Habt für jedes eurer nicht-textliche Element ein textliches Element bereit. Das bedeutet, dass Sprachaufnahmen und Videos mit Untertiteln ausgestattet und Bilder mit alt-Tags gekennzeichnet werden. Texte sollten auslesbar sein, also keine Bildaufnahmen in denen Text steht, der für das Verstehen der Seite absolut notwendig ist. Da hilft dann auch kein zusammenfassender alt-Tag.

 

Die künstliche Einschränkung

Nutzer können auch künstlich eingeschränkt sein, weswegen Websites natürlich auch auf deren Bedürfnisse angepasst werden müssen. Auf die drei großen Faktoren, die Nutzer einschränken, also die Nutzung mobiler Geräte, der eingeschränkte Internetzugang und die geringe zeitliche Kapazität, wurde bereits zu Beginn dieses Artikels hingewiesen. Doch stellt sich nun die Frage, wie diese umgangen werden können?

 

Die Lösung aller Probleme

Bei einer Suche unterwegs mit einem mobilen Device treten of alle drei der künstlichen Beeinträchtigungen auf. Hier spielt also nicht nur die Nutzung des Gerätes an sich eine Rolle, sondern auch Zeit und die höchstwahrscheinlich eingeschränkte Datennutzung.

 

Deswegen: Den Inhalt auf den Punkt bringen, um Zeit einzusparen, Bilder und Videos nicht automatisch öffnen, um den Verbrauch zu senken und alle Möglichkeiten der Desktopvariante bereithalten. Oft werden die mobilen Seiten von Menschen mit Behinderung bevorzugt, da diese im Inhalt reduzierter sind und sie weniger abgelenkt werden.

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