Recap zur Online Marketing Rockstars (OMR) 2016 – Der Vormittag

Hamburg, 26.02.2016 – Seit der OMR-Gründung im Jahr 2010 sind die Besucherzahlen von 200 auf über 15.000 angestiegen. Dies bestätigt, dass das Konzept in der Digitalmarketing-Branche seine Fans und Berechtigung gefunden hat. Die Mischung aus Kompetenz, Wissen und Neugierde gepaart mit Unterhaltung, Witz und Sarkasmus verleiht der Konferenz einen jugendlich-dynamischen Charakter.

 

Authentische und spannende Geschichten standen dieses Jahr im Fokus der OMR in der Hamburger Messe. Mit nationalen und internationalen Speakern wie Scott Galloway, Christian Schmalzl oder Bonin Bough führte OMR-Gründer Philipp Westermeyer informativ und unterhaltsam durch die Konferenz. Dank der musikalischen Überraschungsgäste Jan Delay und Udo Lindenberg verdiente sich auch der zweite Messetag die Betitelung „Festival“. Von den Besuchern sehnsüchtig erwartetes Highlight war der Auftritt des bodenständig gebliebenen Tony Hawk am Abend.

 

Philipp Westermeyer eröffnete die OMR 2016
Philipp Westermeyer eröffnete den zweiten Tag der OMR 2016 in Hamburg.

 

Was nehmen wir von den Speakern der OMR 2016 mit?

 

Scott Galloway: „Media and Marketing tomorrow“

Scott Galloway ist Professor an der New York University und Gründer des Beratungsunternehmens L2 Inc.

Gelassen und unterhaltsam betritt der Professor der New York University die Rockstars-Bühne und bezieht sich in seinem Vortrag sehr stark auf die Internet-Größen Amazon, Apple, Facebook.

Aktuelle Tendenzen, die er für die Branche sieht:

  • Klassische Werbung bringt keine Sales mehr
  • Social Media wird immer mehr für Werbung genutzt, vor allem Instagram gerät als bedeutsame und einflussreiche Plattform immer mehr in den Fokus
  • Mobile Advertising wird immer bedeutsamer

 

Scott Galloway zeigt die Marktkapitalisierung auf
Scott Galloway vergleicht Größenverhältnisse der Marktkapitalisierung.

Die Umsätze der Großkonzerne steigen weiter, sie nutzen diverse mediale Kanäle um ihre Markenbekanntheit weiter zu steigern und expandieren in andere Branchen. Damit dreht sich das Rad laut Galloway gefährlich weiter, denn der Einzelhandel bleibt weit hinter den Internet-Riesen zurück. Diese Entwicklungen beobachtet er mit Sorge und merkt sarkastisch an, dass seine Studenten genau bei diesen Konzernen einsteigen sollen, wenn sie einfach nur schnell reich werden wollen.

 

Fancy Péchioda: „How to break the newsletter codes and monetize a community“

Fancy Péchiodat ist Gründerin von My little Paris, eines der erfolgreichsten französischen Startup-Unternehmen, das sich mit Abonnements für Lifestyle-Boxen-Markt einen Namen gemacht hat.

Mit sympathischem französischem Dialekt erzählt die Gründerin von „My little Paris“, wie ihre Karriere ganz unverhofft mit dem Aussenden eines Newsletters an ihre engsten 50 Freunde begann und in kürzester Zeit so erfolgreich wurde, dass sie ihren ursprünglichen Job kündigte. Nach sieben Jahren hat der Lifestyle-, Mode- und Beauty-Newsletter zwei Millionen Abonnenten und aus Péchiodats Idee wurde ein Unternehmen, das mittlerweile 120 Mitarbeiter beschäftigt.

Welche Aspekte ihrer Ansicht nach zentral für den Erfolg waren:

  • Content: Der Mehrwert für die Leser muss durch eine erzählte Geschichte erlebbar gemacht werden, es darf keine reine Produktwerbung oder Faktenaufzählung sein
  • Großzügigkeit: Man muss zuerst investieren, um dann Interesse und Nachfrage zu erhalten
  • Ernsthaftigkeit: Die Reaktionen der Leser müssen ernst genommen werden

Auch in Deutschland wird die Markeneinführung gestartet, wir können also gespannt sein mehr von Fancy Péchiodat zu hören. Ihr Tipp für alle, die Neues wagen wollen: Zu viel Expertise vernebelt die kreative und innovative Sicht auf die Dinge. Es muss daher nicht immer alles perfekt sein.

 

 

Neil Patel auf der Bühne mit Philipp Westermeyer
Neil Patel gibt sieben Tipps zur Optimierung von Webseiten.
Neil Patel: „Engineering growth“

Neil Patel ist Gründer der bekannten Marketing-Portale Kissmetrics und Quicksprout und gern gesehener Redner auf diversen Veranstaltungen.

Der Marketing-Guru kennt sich mit der Optimierung von Websites und der Gewinnung neuer Leser und Kunden aus und gibt uns sieben Tipps, welche die Effizienz von Internetauftritten in der Vergangenheit erfolgreich gesteigert haben:

  • Nicht zu schnell zu einer Handlung (Registrierung, Anmeldung, Kauf) auffordern, da der Kunde das Unternehmen über die Website erst einmal kennen lernen möchte
  • Registrierungen sollten nicht nur per Mailanmeldung möglich sein, sondern im Sinne der Usability ebenfalls als Alternative über integrierte Social Media-Logins
  • Instagram ist ein Paradebeispiel dafür, dass persönliche und authentische Weiterempfehlungen zufriedener Kunden letztlich zu Käufen Dritter führen
  • Nur effiziente und Mehrwert bietende Kanäle auf der Website integrieren
  • Das Produkt muss so „unwiderstehlich“ sein, dass der Besucher nicht „nein“ sagen kann
  • Kostenlose Webinare anbieten, die schlussendlich auf ein Tool verweisen, das dem Erreichen des Webinar-Ziels gilt, aber kostenpflichtig ist (kurzfristige Rabattangebote helfen)
  • Zufriedene Kunden im Rahmen einer Danksagung an die Weiterempfehlung erinnern, die dann online über Social Media oder Erfahrungsberichte Verbreitung findet

 

Christian Schmalzl: „Inside the leading national advertising house“

Christian Schmalzl ist Chief-Operation-Officer bei der Ströer SE und hat in den vergangenen Jahren einfallsreiche Werbestrategien entwickelt.

Dass Ströer innerhalb von drei Jahren extrem erfolgreich geworden ist was den Umsatz und Digitalanteil sowie die Mitarbeiterzahl anbelangt, dazu hat er einen erheblichen Beitrag geleistet. Ströer hat viele Firmen aufgekauft, Kernentwicklungsfelder definiert und setzt nicht nur auf Transformation sondern auch auf Transaktion.

Entgegen der Aussagen von Scott Galloway ist sich COO Christian Schmalzl sicher, dass Google und Facebook keine Lokalvertriebe in Deutschland aufbauen werden und Sprache wie auch Kultur eine wichtige Rolle spielen. Es werden individualisierte Lösungen in Bereichen benötigt, welche die Großkonzerne weniger betreffen. Dort wo deren Geschäftsbereiche aufhören, müsse man ansetzen, so Schmalzl.

 

Yaron Galai: „The new world of content promotion“

Yaron Galai ist Gründer der Content-Promotion-Plattform Outbrain.

Ganz ungehemmt erzählt er, wie er früher oft selbst recht frustriert über die Werbeanzeigen seiner eigenen Firma war. Doch wenn er schon gelangweilt war und keinen Mehrwert in der Werbung sah, erging es ihren potenziellen Kunden doch auch nicht anders – das musste sich ändern! Damit war die Herausforderung geboren, es künftig besser zu machen und sich von traditionellen Werbeformen und -maßnahmen zu verabschieden.

Online-Nutzeraktivitäten im Vergleich
Yaron Galai schlüsselt die Online-Nutzeraktivitäten auf.

Da sich die Mehrheit der Online-Nutzer mit der Konsumierung von Inhalten beschäftigt und diese Inhalte immer häufiger auch liked, teilt und kommentiert war für Galai klar, dass er sich auf die Produktion qualitativ hoher Inhalte konzentrieren muss. Gesagt – getan. Das Ergebnis: eine 36 Prozent höhere Verkaufsquote als durch digitale Werbeanzeigen.

Fazit: Man benötigt eine Geschichte, die im Kopf der Konsumenten nachhaltig wirkt. Denn nur wer sich auf die Bedürfnisse und Interessen seiner Zielgruppe einstellt, wird erfolgreich sein.

 

„Angie“: „Spreading content on instagram“

Angie ist Gründerin von The Shade Room, einer Plattform auf Instagram über Promi- und Modethemen.

Zu den eher unbekannten Rednern zählt Angie, die ihren vollständigen Namen nicht nennen will. Das tut der Darlegung ihres Geschäftsmodells jedoch keinen Abbruch. Ebenso wie die erste weibliche Referentin Fancy Péchiodat kannte sich Angie im Online Business nicht gut aus und entwickelte eher zufällig den gewinnbringenden Instagram-Account „The Shade Room“.

Dort hat sich in kürzester Zeit eine ganze Community versammelt, um über Gossip, TV-Shows, Models, Mode und Celebrities zu schreiben und Fotos zu posten. Die Promis können diese Inhalte im Sinne der Eigenwerbung dann einfach zitieren und die Inhalt verbreiten sich durch einflussreiche Persönlichkeiten weiter. Ihr ursprüngliches Ziel zum Ende des Jahres 2014 10.000 Follower zu haben erreicht sie bereits nach zwei Wochen, mittlerweile besteht die Community aus sieben Millionen Usern.

Den schnellen Erfolg erklärt sich Angie unter anderem dadurch, dass auf einen positiven und respektvollen Umgang mit der Community geachtet wurde, täglich mehrere Posts online gingen, die Community auf den Social Media-Kanälen wie auch über Sponsoring stark beworben wurde. Auch sie betont wie ihre Redner zuvor die Relevanz der Nähe zur Zielgruppe.

 

Wie es weiterging erfahrt ihr im nachfolgenden Blogeintrag „ReCap zur Online Marketing Rockstars (OMR) 2016 – Der Nachmittag“: freut euch auf weitere spannende Themen wie „Romantic Marketing“ und erfahrt wer die musikalischen Überraschungsgäste waren.

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