Recap zur Online Marketing Rockstars (OMR) 2016 – Der Nachmittag

Der Vormittag der Online Marketing Rockstars-Konferenz am 26. Feburar 2016 hatte mit den bisherigen Vorträgen von Scott Galloway, Fany Péchiodat, Neil Patel, Christian Schmalzl, Yaron Galai und Angie bereits interessante Erfolgsgeschichten bereitgehalten. Auch nach der Mittagspause ließ die Qualität keineswegs nach: wir freuen uns auf weiteren inspirierenden Input durch die Referenten.

 

Bonin Bough voller Elan und Enthusismus
Bonin Bough merkt man die Leidenschaft für seinen Beruf an.
Bonin Bough: „Social Media stunts for corporates“

Bonin Bough ist Chief Marketing Officer bei Mondelez.

Voller Elan und Enthusiasmus zieht der Marketing-Leiter von Mondelez das Publikum in seinen Bann: man kann ihm gar nicht nicht zuhören, so präsent ist er auf der Bühne. Mit Witz und Charme erzählt er von seinen Erfahrungen bezüglich mobiler Strategien und merkt sarkastisch an, dass weltweit mehr Menschen ein eigenes Mobiltelefon als eine eigene Zahnbürste haben. Über mobile Endgeräte online zu sein ist nahezu zur Sucht vieler Menschen geworden. Insbesondere die jüngere Generation ist in den sozialen Medien „dauer-online“.

Er prognostiziert, dass im Jahr 2020 jeder Einkauf mit einer mobilen Interaktion verbunden sein wird. Dennoch wird die Generation der digital natives in der Schule keineswegs gründlich genug auf die digitale Welt vorbereitet – soweit die Sicht auf die Nutzer. Für die Unternehmensseite gilt: man muss verstehen lernen, über welchen Kanal man welche Nachrichten an die Nutzer aussendet, damit sie gezielt ankommt und bewirken, was sie bewirken sollen.

 

Julian Reichelt, Paul Ronzheimer und Marcus Tober: „The new content landscape – Player, Chancen, Rollen“

Julian Reichelt ist Chefredakteur bei BILD.de, Paul Ronzheimer selbiges bei der BILD-Zeitung und Marcus Tober ist Gründer von Searchmetrics.

Diesen Zeit-Slot teilen sich die beiden Chefredakteure von BILD.de beziehungsweise der BILD-Zeitung mit Marcus Tober, dem Gründer von Searchmetrics.

Für die BILD steht der Inhalt und die Authentizität im Vordergrund der Berichterstattung. Dabei setzen die Reporter besonders auf Live-Berichterstattung und damit auch auf Kanäle, auf denen sich jene umsetzen lässt. Egal ob Twitter, Periscope, Instagram oder Snapchat: BILD testet sämtliche Kanäle aus, um neue Interaktionsmöglichkeiten zu entdecken und die Marke zu positionieren. Ganz zentral sei es, über diese Kanäle die Zielgruppe frühzeitig zu erschließen und mit ihnen Geschichten zu teilen, bevor jene auf den traditionellen Kanälen publiziert werden. Als größten Trend sehen die Chefredakteure das 360-Grad-Video an.

Marcus Tober bezieht sich in seinem Vortrag dagegen eher auf die Möglichkeiten der Umsetzung von Inhalten. Für ihn erhält Inhalt erst durch seinem holistischen Wert und Mehrwert für die Leser eine wirkliche Relevanz. Aus SEO-Perspektive steht daher nicht mehr das keyword-optimierte Schreiben an oberster Priorität sondern Content und Kontext. Man muss sich auf seine Zielgruppe einstellen, sich vorab informieren und von anderen Inhalten positiv abheben – dann erhält man die gewünschte Aufmerksamkeit, verspricht er.

 

Jan Delay singt "Oh Jonny"
Jan Delay bringt mit seinem Erfolgs-Hit „Oh Jonny“ die Bühne zum Beben.
Musikalische Überraschungsgäste

Neben den Online-Marketing-Rockstars, die mit ihren Vorträgen bereits die Bühne gerockt haben, fehlte jedoch noch ein wenig das wahre musikalische „Rockstars-Feeling“ und so ließen es sich die Veranstalter der OMR in diesem Jahr nicht nehmen, zwei Überraschungsgäste der Extraklasse einzuladen: Jan Delay und Udo Lindenberg sorgten mit ihren Liedern für ausgelassene Stimmung und einen Motivationsschub am Nachmittag.

 

Tim Leberecht: „Romantic Marketing“

Tim Leberecht ist Consultant, Gründer Leberecht&Partners, Marketingberatung und Autor.

„Wer von euch ist romantisch?“, fragt Leberecht – die Hände vieler Frauen und einiger Männer gehen nach oben. „Und wer ist auch im Business romantisch?“, fragt er weiter – irritierte Blicke, die Arme werden langsam gesenkt und Leberecht nickt lachend. Diese Reaktion ist nichts Neues für ihn, denn unter dem Druck der Optimierung und Maximierung geht seiner Meinung nach die Romantik im Sinne von Emotionalität und Kreativität unter. Er stellt die Frage, ob wir Menschen überhaupt noch fühlen können oder ob wir einfach nur funktionieren wie Maschinen.

Er fordert persönliche und nicht personalisierte Ansprachen der Nutzer, ihm widerstrebt der Gedanke einer algorithmischen Filterbubble. Denn die besten Dinge im Leben lassen sich nicht optimieren oder skalieren.

Sein Fazit: Sehnsüchte müssen geweckt, Emotionen und Kreativität angeregt werden – so erreicht man die Menschen auch im Business-Bereich auf eine ganz andere Art, die in den schnelllebigen und erfolgsorientierten Zeiten nahezu in Vergessenheit geraten ist.

 

Stefan Ropers: „Between content and data: The power of great experiences“

Stefan Ropers ist Managing Director bei Adobe Central Europe.

Die Struktur der deutschen Wirtschaft ist eine andere als die in Großbritannien oder in den USA – deshalb muss man für den deutschen Markt eigene Wege finden. Laut Ropers ist es wichtig, dass Produktmanager und Online-Marketing-Experten eine gemeinsame Datenbasis schaffen, um effiziente und schnelle Entscheidungen treffen zu können und Testings wie auch Iterationen anzustoßen.

Das Zusammenspiel aus Content und Customer Journey muss daher zuvor analysiert werden, um später entsprechend hohe Umsätze durch erfolgreiche Conversions zu erzielen. Durch die große mediale Bandbreite müssen die Inhalte zusätzlich auch für die jeweiligen Endgeräte optimiert werden. Wer schnell sein will, muss technologisch einen Schritt nachvorne gehen, so Ropers. Allerdings wird kreative Arbeit nie von Maschinen erledigt werden können.

 

Tony Hawk - die Skateboard-Legende
Tony Hawk über den Beginn seiner Skateboard-Karriere.
Tony Hawk: „Me, a brand“

Tony Hawk ist unter den Skateboardfahrern weltweit eine Legende und zudem ein erfolgreicher Entrepreneur.

Highlight des zweiten Messetages war der Auftritt der Skateboard-Legende Tony Hawk. Er erzählt seine Erfolgsgeschichte, die 1978 mit dem Skateboarden in der Freizeit seinen Anfang nahm. Da er damals klein und dünn war, wurde er anfangs kaum akzeptiert. Doch er lernte damit umzugehen und kämpfte sich hoch. Er lernte auch aus seinen Fehlern und somit wurde sein Name selbst irgendwann zur Marke. Man sieht: Auch Stars haben mal ganz klein angefangen.

Er selbst hat während seines Aufstiegs sehr stark auf Twitter als Kommunikationsplattform gesetzt, betont aber auch die Bedeutung anderer Social Media-Kanäle wie Facebook, Instagram oder Snapchat. Letzterem sagt er eine große Zukunft voraus, auch wenn der Kanal in Deutschland bisher noch verkannt wird. Als bedeutsamste Entscheidung in seiner Karriere erkennt er im Rückblick die Erschaffung der Marke mit seinem Namen an. Dies hat ihm Erfolg gebracht, denn mit Skateboarden allein kann man nicht reicht werden, merkt er mit einem Lächeln an.

 

Das Fazit der Konferenz

Jeder hat mal klein angefangen: Insbesondere die authentischen Persönlichkeiten, die mit Herzblut mehr erreicht haben, als sie sich je ausgemalt haben. Auch wenn man ihre Namen vor der OMR vielleicht noch nie gehört hatte, haben sie bewiesen, dass aus kleinen Ideen große Businessmodelle entstehen können. Das motiviert doch zum Nachahmen!

Das Learning für alle Marketeers: Das A und O für die Online Marketing-Branche ist qualitativ hochwertiger Content, der an den Interessen und Bedürfnissen der Zielgruppe orientiert ist und erkennbaren Mehrwert bietet. Dabei darf auch die Kreativität nicht außer Acht gelassen werden, um die Marke nachhaltig im Gedächtnis der Konsumenten zu verankern. Bei der Verbreitung der Inhalte ist es wichtig, sich an relevante Influencer zu halten, welche die Inhalte weitertragen.

Dies sind sicherlich keine überraschenden Neuigkeiten. Dennoch muss sich das Marketing, um künftig erfolgreich agieren zu können, wieder vermehrt auf die Bedürfnisse der Menschen fokussieren und kreativ sein, um diese mit ihren Inhalten auch wirklich zu erreichen.

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