Internet World 2016 – Nils Kattaus Vortrag „Mehr Leads und Sales durch bessere Formulare“

München, 01.03.2016 – Die Internet World ist die führende E-Commerce-Messe in Europa und wurde dieses Jahr bereits zum 19. Mal veranstaltet. Mit rund 16.000 Besuchern, 365 Ausstellern und Sponsoren aus dem Bereich E-Commerce und Online Marketing sowie 160 hochkarätigen Speakern war die Veranstaltung auch 2016 ein voller Erfolg.

Auch LEAP/ war auf der Internet World 2016 mit einem Stand vertreten: in Halle B6 an Stand D221.  Jeder Standbesucher und Interessent durfte sich auf drei individuelle Tipps für mehr Traffic und Conversions auf seiner Website freuen. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön von unserem Messe-Team für die positiven, interessanten und inspirierenden Gespräche!

 

LEAP/ auf der Internet World 2016
Das LEAP/-Messe-Team auf der Internet World 2016.

Der diesjährige begleitende Fachkongress stand unter dem Motto „Die Zukunft des E-Commerce“ und bot mit 60 Experten aus Wissenschaft und Praxis aufschlussreiche Tipps für Zukunftstrends im Online Business. In den vier Info-Arenen wurde den Teilnehmer eine gelungene Mischung aus Vorträgen, aktuellen Studienergebnissen und Diskussionsrunden geboten.

Unter den Speakern war auch Nils Kattau, unser Experte für Conversion Optimierung, dessen Vortrag wir euch nicht vorenthalten wollen:

 

Nils Kattau: „Conversion Optimierung: Mehr Leads und Sales durch bessere Formulare“

Wer sich selbst schon häufiger im Internet bei der Eingabe von Daten in Formulare über die komplizierten und wenig praktikablen Eingabemöglichkeiten geärgert hat, weiß, warum das Thema Formularoptimierung durchaus seine Relevanz in der Onlinewelt hat. Um bei potenziellen Kunden hohe Absprungraten zu vermeiden, hat Nils Kattau praxisnahe Tipps formuliert, die sich für die Optimierung von Formularen zur Leadgenerierung eignen.

 

Grundlagenentscheidung: Platzierung und Darstellung

Bereits hier kommt es zur ersten Entscheidung, die getroffen werden muss: Platziert man das Formular direkt auf die Landing Page oder auf einer Unterseite? Hierfür gibt es kein Patentrezept, jedoch gilt die Empfehlung: Je länger das Formular ist (maximal zehn Felder), desto eher sollte es auf einer Unterseite platziert werden, um die Besucher nicht durch zu viele Inhalte und Felder abzuschrecken.

 

Was zeichnet das perfekte Formular aus?

Zunächst muss man sich eingestehen, dass es „perfekt“ im Bereich der Conversion Optimierung nicht gibt. Dies würde nämlich bedeuten, dass 100 Prozent der Besucher Käufe tätigen oder Dienstleistungsangebote in Anspruch nehmen würden – ein wahrlich utopisches Ziel. Dennoch kann und sollte man sich über eine bestmögliche Optimierung Gedanken machen und diese anstreben.

Diese 10 Aspekte werden Ihnen im Rahmen der Formularoptimierung dabei helfen:

01. Prominente Platzierung

Das Formular sollte sich beispielsweise durch Farben, Rahmen oder visuelle Hinweise vom restlichen Inhalt deutlich abgrenzen. Helle, freundliche Farben führen übrigens zu mehr Conversions als dunkle Töne.

02. Überschrift

Das Formular sollte eine eindeutige Überschrift haben, die nicht verwirrt und relevante Wörter enthält. Die größte Aufmerksamkeit kommt übrigens immer dem ersten Wort des Satzes zu, die zweit höchste dem letzten Wort.

03. Eingabefeld-Design

Das Formular sollte – was die Anordnung der enthaltenen Eingabefelder angeht –übersichtlich gestaltet sein. Einheitliche Spaltenformate fördern die Übersichtlichkeit:

Nils Kattauf uber einheitliche Formularspalten

 

04. Eingabefeld-Labels

Das Formular sollte bestenfalls nebenstehende Feld-Bezeichnungen haben, da Labels innerhalb der Felder aufgrund von Auto-Fill-Standards häufig Probleme verursachen, sodass der Nutzer nicht mehr weiß, in welches Feld welche Information gehört und ob diese durch den Auto-Fill korrekt zugeordnet wurden.

05. Datumsangabe

Das Formular sollte – sofern ein Datumsformat eingegeben werden muss – an dieser Stelle möglichst kein Freitextfeld beinhalten, da dies bei der Datumseingabe fehleranfällig ist. Besser eignen sich feste Felder, Drop-down-Menüs oder eine Kalenderauswahl.

06. Button-Merkmale

Das Formular sollte Buttons beinhalten, deren Farbgebung als Kontrastfarbe zu den restlichen Seitenelementen steht. Um welche Farbe es sich dabei handelt ist irrelevant, er sollte jedoch groß genug sein, um sofort ins Blickfeld zu geraten.

07. Vorteilskommunikation

Das Formular sollte rein textlich verdeutlichen, warum der Nutzer dieses ausfüllen soll, das heißt: welchen Nutzen er dadurch hat. Die Vorteilskommunikation soll die Aussage der Überschrift bestärken und den Nutzen mit den Eigenschaften kombinieren:

Nils Kattau uber Textformulierungen

 

08. Call-to-Action-Texte

Das Formular sollte rein textlich auf Interaktionen ausgelegt sein und die dahinterliegende Handlung schnell erkennbar sein. Ein Beispiel: Die schlechte Betitelung eines Buttons für den Download eines angebotenen E-Books wäre „download“, die bessere Wahl: „kostenloses E-Book downloaden“.

09. Einwand-Behandlung

Das Formular sollte bei den notwendigen Feldern Informationen bereithalten, die authentisch begründet, für welchen Zweck diese Daten erhoben werden. Häufig sind derartige Felder durch klickbare Fragezeichen-Symbole gekennzeichnet.

10. Validierung

Das Formular sollte Feedback-Bereich beinhalten, die dem Nutzer direkt anzeigen, ob seine Eingaben korrekt sind. Diese Live-Validierung verringert die Fehleranfälligkeit.

 

All jene Aspekte dürften die Usability und User-Experience deutlich aufwerten und das Ausfüllen des Formulars erleichtern und beschleunigen. Generell gilt: nur das nötigste abfragen! Je weniger Informationen eingefordert werden und somit auch je geringer der Aufwand für den Nutzer, desto höher ist erfahrungsgemäß die Conversion Rate.

Bei mobilen Endgeräten gilt selbiges. Man sollte jedoch zudem darauf achten, dass jeder Nutzer das Formular problemlos ausfüllen kann: die Felder also so programmieren, dass sie sowohl mit schmalen als auch breiteren Fingern leicht auswählbar sind. Die Verwendung von HTML5-Input-Types vereinfacht zudem die Eingabe im Tastaturfeld des Nutzers.

Sofern zudem bereits Daten wie zum Beispiel der Name und die E-Mail-Adresse von Newsletter-Abonnenten vorhanden sind, sollte man diese Felder in Formularen bereits vorausgefüllt anzeigen.

Somit sind hohe Reichweiten, viele Sales und der Aufbau gr0ßer Empfänger-Listen für Cross- und Upselling möglich, ebenso aber auch viele unqualifizierte Leads.

 

Ausnahme: Künstliche Erhöhung der Hemmschwelle

Dies erreicht man mit genau dem gegenteiligen Ansatz: viele personenbezogenen Daten abfragen, denn nur so erhält man Kontakte zu Nutzern, die sich wirklich für die angebotene Dienstleistung oder das Produkt interessieren. Die Erhöhung der Hemmschwelle erreicht man beispielsweise auch, indem man beispielsweise als Pflichtfeld das Feld „Firma“ in das Formular einfügt: somit wird deutlich, dass es sich um den B2B-Bereich handelt und Privatpersonen in der Regel eher nicht angesprochen werden sollen.

Dadurch erhält man zwar insgesamt weniger Leads, man kann jedoch qualitativ hochwertigere Leads, ein verkürztes Verkaufsgespräch, häufigere Kaufabschlüsse sowie eine höheren Werbe-ROI erzielen.

 

Exkurs: Der „Above the Fold“-Mythos

Als „Above the Fold“ wird der Bereich einer Website bezeichnet, der für den Besucher im direkten Sichtbarkeitsfeld liegt, ohne dass er weiter nach unten scrollt. Lange Zeit galt die Annahme, dass in diesem Bereich sämtliche wichtigen Informationen präsentiert werden sollen, weil die darunter liegenden Informationen weniger wahrgenommen werden. In den heutigen Zeiten der mobilen Internetnutzung ist diese Annahme jedoch überholt, da die Nutzer es gewohnt sind, nach unten zu scrollen und sich dadurch nicht abschrecken lassen. Die wichtigen Informationen müssen also nicht alle im „Above the Fold“-Bereich zu finden sein.

Problematisch wird es nur, wenn im Sichtbarkeitsbereich nicht deutlich erkennbar ist, dass sich unterhalb des „Above the Fold“-Bereichs noch weiterführende Informationen befinden. Daher der Tipp: Binden Sie unbedingt Elemente auf der Seite ein, die darauf verweisen, dass noch weitere Informationen folgen.

Da jedoch jede Seite beziehungsweise jedes Unternehmen eine andere Zielgruppe bedient, ein anderes Design hat und einen anderen Zweck verfolgt, müssen individuelle Lösungen gefunden werden.

 

Informationen zu den weiteren Vorträgen und Speakern findet ihr übrigens auf der Internet World-Website als Zusammenfassung.

Wer sich den Messe-Termin für nächstes Jahr bereits vormerken möchte: Die Internet World 2017 findet am 07. und 08. März 2017 statt. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen!

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