Der optimale Checkout-Prozess – 5 einfache Tipps

Dieser Artikel wurde im Blog der Barketing IMS GmbH veröffentlicht. LEAP/ ist der Zusammenschluss aus Barketing und ConversionLift.

Das Thema Checkout-Prozess ist unabdingbar, wenn man einen erfolgreichen Onlineshop betreiben möchte: Denn obwohl der Kunde seine Zeit aufgewendet hat sich durch das breite Angebot Ihres Onlineshops zu klicken und fleißig Produkte in seinen Warenkorb gelegt hat, brechen 60 Prozent ihren Onlinekauf zum Ende hin ab. Das bedeutet, dass von 100 Kunden gerade einmal 40 den Bestellvorgang abschließen. Dem zu Folge sollte deutlich sein, dass ein optimal gestalteter Checkout-Prozess der Schlüssel zum Erfolg ist; Kaufabbrüche können verringert werden und der Umsatz wird gesteigert – Daraus resultiert logischerweise ein erfolgreich laufender Onlineshop. Die Frage, wie viel Potential Sie noch aus Ihrem Onlineshop mit Hilfe von Conversion Optimierung herausholen können, ist daher unverzichtbar. Die folgenden fünf Tipps sollen Ihnen zeigen, wie Sie Ihren Checkout-Prozess ganz einfach optimieren und nutzerfreundlicher gestalten können, sodass Kaufabbrüche künftig verringert werden. Ob letzten Endes hilfreich oder nicht; Dies lässt sich zu jeder Zeit mit einem A/B-test herausfinden.

1. Keep it Short

In unserem Blogbeitrag „Das LIFT-Modell erklärt: Teil 6 – Anxiety (Angst)“ wurde bereits erläutert, dass Formulare, welche den Internetnutzer auffordern private Details in die zu auszufüllenden Felder einzugeben, durchaus negativ gewertet werden. Auf der einen Seite will der Nutzer den Bestellvorgang schnell abschließen, ohne sich lange mit dem Eingeben seiner Daten aufhalten zu müssen, auf der anderen Seite macht sich der Kunde natürlich auch Gedanken im Bezug auf Datenschutz. Daher gilt: Erfragen Sie lediglich Informationen, die absolut notwendig sind, getreu dem Motto: Less is More! Wer den Blogbeitrag vom letzten Monat aufmerksam gelesen hat, wird sich vielleicht an folgenden Hinweis erinnern:„Diese Reduzierung auf ein das nötige Minimum gehört zu den “Best Practices”, wenn es darum geht, Ihre Conversionrate zu steigern.“

Felder Reduzieren Formular
Less is More in Kontaktformuläre (© Neil Patel)

Die abgebildete Infografik von Neil Patel soll Ihnen noch einmal kurz veranschaulichen inwiefern die Conversionrate und die Menge der Formularfelder zusammenhängen. Dem zu Folge wird, wie oben bereits erwähnt, die Conversionrate positiv beeinflusst, wenn der Internetnutzer weniger Kontaktfelder mit seinen persönlichen Daten auszufüllen hat.

2. Geschickter nach Rabattcodes fragen

Preisnachlässe sind was Tolles. Wer freut sich schließlich nicht, wenn die Möglichkeit gegeben ist ein Produkt billiger erwerben zu können – Da macht das Kaufen doch gleich doppelt so viel Spaß! Der Einsatz eines Rabattcodes, welchen der Kunde vor dem Beenden des Bestellvorgangs in ein Feld einzugeben hat, ist daher eine gängige kauffördernde Maßnahme. An dieser Stelle ist es äußerst ratsam, dass das Rabattcode-Feld erst zum Vorschein kommt, wenn der Kunde auf einen Link oder Button klickt. Binden Sie das Feld beispielsweise wie ein übliches Formularfeld in Ihre Webseite ein, besteht ganz klar die Gefahr, dass Kunden ohne Rabattcode dazu verleitetet werden ihren Onlineeinkauf abzubrechen, um sich vorerst im Internet auf die Suche nach einem geeigneten Rabattcode zu begeben – Ein Rabattcode-Feld will schließlich ausgefüllt werden! Das ist in doppelter Hinsicht ärgerlich für Sie, denn die Chance, dass der Kunde nach seiner Internetrecherche zu seinem Warenkorb zurück kehrt, ist relativ gering; Entweder ist er auf ein verlockendes beziehungsweise preisgünstigeres Angebot Ihres Konkurrenten gestoßen oder aber er ist enttäuscht keinen Rabattcode für Ihren Shop gefunden zu haben, sodass er es nicht einsieht den vollen Preis für Produkte zu zahlen, welche er mit einem entsprechenden Code eigentlich vergünstigt erwerben könnte.

Discount codes Amazon
Rabattcodes eingeben auf Amazon.de

Der Onlineversandhandel Amazon hat dieses Problem geschickt gelöst; Der obige Screenshot soll Ihnen eine Idee geben, wie Sie Ihre Kunden künftig geschickter nach Rabattcodes fragen können. Wie Sie sehen können, gibt es bei Amazon kein Rabattcode-Feld, welches den Kunden dazu verleiten könnte den Bestellvorgang vorerst abzubrechen. An dieser Stelle sollte jedoch gesagt werden, dass Sie nun auf keinen Fall auf die Idee kommen sollten das Rabattcode-Feld zu „verstecken“! Wie Sie sich denken können, wirft dies ein negatives Bild auf Ihren Shop und Ihre Marke. Wenn Sie sich am Beispiel des Checkout-Prozesses von Amazon orientieren, stellt diese eine gute Lösung für Sie und Ihren Kunden dar.

3. Bieten Sie Gastbestellungen an

Laut einer Onlinestudie von EConsultancy würden 25 Prozent von 2.000 Befragten ihren Onlinekauf abbrechen, wenn eine Registrierung die Voraussetzung für den Bestellvorgang ist. Für einen erfolgreichen Onlineshop sollten Sie Ihren Kunden daher im jeden Fall die Möglichkeit geben eine Gastbestellung zu tätigen. Gerade für Neukunde gibt es nämlich oftmals nicht lästigeres als erst einmal ein Profil anlegen zu müssen, bevor die ausgewählten Waren bestellt werden können. Wie im ersten Punkt „Keep it short“ bereits erläutert, will der Bestellvorgang schnell und mühelos abgeschlossen werden; Stundenlanges Eingeben von Nutzerdaten gehört verständlicherweise nicht zu der Lieblingsbeschäftigung eines jeden Kunden. Hinzu kommt, dass viele lediglich einen einmaligen Einkauf tätigen wollen. In diesem Zusammenhang ist es durchaus verständlich, dass es von Internetznutzern als nervig aufgefasst wird ein Profil anlegen zu müssen, welches zudem in Zukunft kein weiteres Mal Verwendung findet.

gast checkout
Gast-Checkout Beispiel

Das heißt jedoch nicht, dass Sie Ihren Kunden künftig nur noch Gastbestellungen anbieten sollen – Bieten Sie im jeden Fall beide Optionen an und zeigen Sie von welchen Vorteilen registrierte Kunden profitieren.

4. Einsehbare Prozessschritte

Beim Checkout-Prozess ist es ratsam, Ihre Kunden wissen zu lassen wie viele Schritte es benötigt um den Bestellvorgang abzuschließen. Nehmen Sie sich bildlich gesprochen ein Beispiel an dem Grimmschen Märchen „Hänsel und Gretel“ ; Während Brotkrumen die Geschwister zum Ziel führen sollten, leiten Sie Ihren Kunden mit einsehbaren Prozessschritten. Dadurch gewährleisten Sie, dass Ihre Kunden nicht hilflos im Dunkeln tappen. So lässt beispielsweise Media Markt seine Kunden wissen, dass die Bestellung nach vier Prozessschritten abgeschlossen ist und welcher Prozess gerade bearbeitet wird.

Prozess schritte Mediamarkt
Prozessschritte von der Online Shop von Mediamarkt

Vorerst sollten Sie sich jedoch überlegen, wie viele Prozessschritte Sie anbieten wollen; Präferieren Ihre Kunden weniger Prozessschritte, welche viele Informationen auf einmal erfragen oder mehrere Prozessschritte, welche jeweils immer nur wenige Informationen des Nutzers einfordern.

5. Bekräftigen Sie Ihre Kunden

Vergessen Sie beim gesamten Checkout-Prozess nicht, Ihre Vorteile aufzuzeigen und bis zum Abschluss des Bestellvorgangs Ihre Kunden zum Kauf zu bekräftigen. Viel zu oft hören Onlineshops auf dem Kunden Ihre Vorteile aufzuzeigen, wenn es an den Checkout-Prozess geht. Das sollten Sie jedoch auf keinen Fall! An dieser Stelle sind beispielsweise Nutzerversprechen oder Trust-Siegel sind eine gute Möglichkeit – Nicht, dass der Kunde es sich noch vor Abschluss der Bestellung anders überlegt und diesen abbricht. Die folgende Abbildung soll Ihnen zeigen, wie Ihr Checkout-Prozess im besten Fall aussehen sollte und wie besser nicht.

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Ein A/B Test mit und ohne Vorteilen während Checkout (© experienceblogger.com)

Das oben abgebildete Beispiel zeigt, dass die Conversion Rate um 54 Prozent gesteigert werden konnte, nachdem sie optimal gestaltet wurde. Schnell und vor allem mehr als einfach umzusetzen, bringt dieser Tipp demnach eine ganze Menge.  

Schlusswort

Zusammenfassend ist nun noch einmal zu sagen, dass die genannten Ratschläge schnell und für Jedermann leicht umzusetzen sind und dennoch einen großen, vor allem ausschließlich positiven Effekt auf Ihre Conversionrate haben werden. Merke: Einfachheit und Nutzerfreundlichkeit sind die Stichworte, auf die Sie Ihren Onlineshop ausrichten sollten. Sollten Sie unsere Tipps direkt in die Tat umsetzen wollen, können Sie sich mit der Durchführung eines entsprechenden A/B Tests stets auf dem Laufenden halten, ob diese sich positiv auf Ihre Rate auswirken konnten.

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