10 Fragen an: Sebastian Socha, KennstDuEinen.de

Dieser Artikel wurde im Blog der Barketing IMS GmbH veröffentlicht. LEAP/ ist der Zusammenschluss aus Barketing und ConversionLift.

Interview von: Sergio M. Vela

Eine weitere, spannende Session in der Barketing Academy, dieses Mal mit Guestspeaker Sebastian Socha von KennstDuEinen.de. Anschließend stand uns Sebastian noch einmal Rede und Antwort für unsere €ž10 Fragen an€œ. Das Ergebnis lest ihr hier:

1. Sebastian, es gibt da draußen vielleicht noch den ein oder anderen, der dich noch nicht kennt. Könntest du bitte, um diesen Umstand zu ändern, kurz sagen, wer du bist und was du machst.

Ich bin bei der WinLocal GmbH als Leiter Produktentwicklung und als Inhouse SEO für unser Bewertungsportal www.KennstDuEinen.de angestellt. Meine Aufgabe umfasst das Ausloten und testen neuer Dienstleistungen für unsere Kunden, die kontinuierliche Optimierung der Bewertungsplattform, die Veröffentlichung von SEO-Fachartikeln auf blog.kennstdueinen.de sowie die Betreuung der Social Media Aktivitäten rund um unseren WinLocal Blog.

2. Deine Session hier in der Barketing Academy ging über die lokale Google Suche und um Google+ Local. Grundsatzfrage: Welche Möglichkeiten habe ich generell, mein Unternehmen lokal bei Google zu integrieren?

Am Anfang steht immer die klassische Firmenwebsite. Diese sollte auf die wichtigsten Kerninformationen bei der Lokalen Suche optimiert sein (Adresse, Rufnummer, Anschrift) sowie die wichtigsten Services oder Produkte auf individuellen Unterseiten präsentieren. Eine solide Keyword-Recherche ist hier mehr als die halbe Miete!

Anschließend geht es darum sich einen Google+ Local Eintrag anzulegen, diesen zu optimieren und im weiteren Verlauf sowohl €žLocalCitations€œ (= Firmeneinträge auf Branchenportalen und Bewertungsverzeichnissen) zu erstellen, als auch klassisch Links für die Firmenseite zu organisieren.

Auch Firmeneinträge können Kontaktpunkte sein, über die Nutzer die relevanten Firmeninformationen erfahren können. Es ist daher wichtig sowohl auf Bewertungsportalen als auch in Branchenverzeichnissen ein konsistentes Erscheinungsbild und eine einheitlichen Informationsstand zu gewährleisten.

Damit existieren drei Kanäle, über die ein Unternehmen in der Google-Suche gefunden werden kann: 1 x im organischen Bereich mit der Firmen-Website, falls keine lokale Universal-Search Suchergebnisse angezeigt werden, 1 x in den lokalen Universal Search Ergebnissen von Platz A-G und mehrere Male auf den unterschiedlichsten Branchen- und Bewertungsportalen in den organischen Google Ergebnissen.

3. Wie sieht es aus, wenn ich als großes Unternehmen mit vielen Einzelfilialen oder  Franchiseunternehmern diese integrieren möchte: Muss ich jede einzelne Filiale eintragen?

Für Filialunternehmen und Franchise-Angebot besteht die Möglichkeit auf Google+ Local den sog. €žBulk-Upload€œ zu nutzen. Dabei hat man die Option sämtliche Standorte über eine zentrale Tabelle bei Google+ Local hochzuladen. Bei Unternehmen mit zahlreichen Standorten funktioniert das mittlerweile richtig gut.

Bei Franchise-Unternehmen müssen die einzelnen Standort-Inhaber jedoch eine formlose Bestätigung an die Franchise-Zentrale schicken, die wiederum 5-10 derartiger Bestätigungen an Google weiterleitet. Damit dürfte das Problem in den meisten Fällen rasch gelöst sein.

4. G+ Local schränkt SEOs in ihrem Optimierungsspielraum gewaltig ein: Was sind deshalb die wichtigsten Onpage-Hebel, an denen ich trotzdem etwas stellen kann?

Die wichtigsten Aspekte, die man als Unternehmen im OnPage-Bereich auf der Firmenwebsite verbessern kann sind folgende:

€¢    Produkt/ Dienstleistung + STADT im Seiten-Titel
€¢    Konsistenz aller Firmeneinträge zu den Daten auf der Firmenwebsite
€¢    Produkt/ Dienstleistung in der Domain/ URL
€¢    STADT/Region in der Domain/URL
€¢    Auszeichnung von Firmenbezeichnung, Adresse, Rufnummer mit Mikrodaten (Schema.org)
€¢    Produkt/ Dienstleistung + STADT/ Region in H1, H2, Alt- und Title-Tags sowie in internen Linktexten verwenden
€¢    GEO-Sitemap in der XML-Sitemap angeben
€¢    Bewertungen auf der Website, ausgezeichnet mit Mikrodaten (hReview)
€¢    Hochwertige, nützliche Inhalte inkl. attraktiver Abbildungen
€¢    Solide Keyword-Recherche priorisiert nach Conversion-Relevanz (Tipp: Google AdWords Kampagne als Testlauf für bestimmte Suchbegriffe)

5. Da wir gerade Onpage besprochen haben, was kann ich Offpage tun, um relevanter zu werden?

Die wichtigsten Aspekte, die man als Unternehmen im OffPage-Bereich rund um die Firmenwebsite verbessern kann sind folgende:

€¢    Anzahl der strukturierten €žLocalCitations€œ = Firmeneinträge auf Bewertungsportalen und Branchenplattformen
€¢    Qualität & Konsistenz der strukturierten €žLocalCitations€œ = Firmeneinträge auf Bewertungsportalen und Branchenplattformen sowie unstrukturierten Firmenerwähnungen (Blogs, Magazine, etc.)
€¢    Qualität der eingehenden Links zur Firmen-Website/ lokalen Landingpage
€¢    Quantität der eingehenden Links zur Firmen-Website / lokalen Landingpage
€¢    Quantität eingehender Links aus dem lokalen Umfeld
€¢    Diversität eingehender Links (unterschiedliche Quellen, Seiten-Typen)
€¢    Fotos & Videos auf Plattformen wie Youtube, Flickr, Panoramio mit Geo-Tags
€¢    Produkt/ Service + STADT als Link-Text bei eingehende Links
€¢    €žBrand€œ-Links (Firmenbezeichnung/ Domain) als eingehende Links

6. Lass uns einen generellen Blick auf die Local-Rankingmechanik werfen: Wie ranken die Ergebnisse in im Local-Pack?

Das lässt sich in Worten schwer ausdrücken. Kurz angedeutet: Dasjenige lokale Unternehmen, das in der rein organischen Suche (Testen kann man das bspw. auf www.aol.de) zuoberst ranked und dazu noch mit einem Google+ Local Eintrag verknüpft ist, löst als Position A die Anzeige der lokalen Universal Search Suchergebnisse aus.

Hier ein Bild, das erläutert, wie die Ranking-Mechanik in diesem Kontext funktioniert:

Platzierung im Pack
7. Da wir gerade bei den Local-Packs sind: Kannst du kurz etwas zu der Entwicklung der Packs in den SERPs sagen?

Hinsichtlich der Local-Packs lässt sich folgende Beobachtung machen: Der klassische 7-Pack ist nach wie vor das dominierende Anzeige-Format der lokalen Universal Search Suchergebnisse. In Städten, in denen das Angebot relevanter Unternehmen nicht ausreicht, kann dieser jedoch zum 3-Pack werden €“ in Einzelfällen kann man jedoch auch 4-6 Packs beobachten, diese sind jedoch die Ausnahme.

Die Anzeige des 7-Pack erfolgt immer auf den Positionen 1, 2, 3, oder 4, weshalb es sehr attraktiv sein kann, soweit oben in den Google Suchergebnissen zu ranken. Da Google außerdem auch öfter mal kurze Suchergebnisseiten anzeigt, kann es dazu kommen, dass nur der 7-Pack angezeigt wird, darunter noch drei organische Suchergebnisse und das war€™s€¦ da bleibt nicht mehr viel Platz für das Ranking organischer Websites.

Voraussetzung zur Anzeige dieser€žPacks€œ ist jedoch, dass Google überhaupt ein lokales Universal Search Suchergebnis ausliefert. Wenn das nicht der Fall ist, bleibt nur noch das klassische, organische Ranking mit der Firmen-Website.

Der 1-Pack €“ auch Google Maps €žOneBox€œ genannt €“ taucht bei sog. €žBrand-Searches€œ auf, also bei Suchen nach der Firmenbezeichnung. Dabei werden in der rechten Sidebar im Rahmen des Google Knowledge Graph detaillierte Informationen von dem Google+ Local Eintrag eingeblendet. Verfügt ein Unternehmen jedoch über mehrere Standorte in einer Stadt, dann werden bei €žBrand-Searches€œ zumeist sog. 3-Packs angezeigt, die nur Standorte eines bestimmten Unternehmens beinhalten.

8. Wenn jetzt allerdings für meine Keywords kein Pack ausgespielt wird €“ kann ich dafür sorgen, dass der Local-Pack getriggert wird? Und mit welchen Tools arbeitest du, um das getriggert werden zu testen?

Zunächst muss man testen, ob das jeweilige Keyword außerhalb meiner Stadt/ Region überhaupt einen Local-Pack anzeigt. Ist dies nirgends der Fall, dann ist es mit €žnormalen Mitteln€œ unmöglich hier etwas zu bewegen. Ansonsten gilt: Außer mit massiver Manipulation der Datenbasis kann man das nicht beeinflussen, dass ein Local-Pack €žgetriggert€œ wird.

Diese Manipulation läuft darauf hinaus, dass man im Google davon überzeugen muss, dass es Sinn macht für ein bestimmtes €žKeyword + Stadt€œ einen 3- bis 7-Pack anzuzeigen. Es ist also notwendig, mehrere Firmen in derselben Branche in der jeweiligen Stadt in Google+ Local einzutragen und dabei entsprechend passende Branchen-Kategorien zu verwenden.
Dies können ohne Probleme auch €žFake-Unternehmen€œ sein (Stichwort: Fake-Adresse mit Nachsende-Antrag hinterlegen) und unter den lokalen Rankings befindet sich am Ende bei erfolgreicher Manipulation eben das eigene, echte Unternehmen.

Wichtige Anmerkung: Diese Herangehensweise ist weder exakt planbar, noch realitätsnah. Ich würde keinem lokalen Unternehmen empfehlen, sich mithilfe derart negativ ausgerichteter Maßnahmen in den lokalen Suchergebnissen zu platzieren. Wenn kein Local-Pack €žgetriggert€œ wird, dann ist das vielmehr eine Chance organisch mit der Website zu ranken, wofür ausreichend erprobte Taktiken im OnSite-Bereich zur Verfügung stehen.

9. Kannst du sagen, wie die CTR im Vergleich zwischen G+ Local und organischem Ergebnis ist?

Die Click-Trough-Rate zum Google+ Local Eintrag ist extrem niedrig. Ich habe des öfteren Werte von ca. 2-4% im Google Places Dashboard beobachtet, der Großteil des Traffic klickt sich hingegen direkt zur Firmen-Website durch. Kein Wunder, der Link ist ja auch viel größer und auffälliger. Nicht selten geschieht jedoch überhaupt nichts. Der Grund: Der Nutzer hat die Telefonnummer gleich direkt auf den SERPs gefunden und ruft einfach an. Derartige Conversions lassen sich selbstverständlich nur schwer messen.

10. Lass uns zum Abschluss noch einen kleinen Ausblick wagen: Wo geht Google mit Local hin? Können wir uns demnächst dank Google Glass darauf freuen, dass wir den Local-Eintrag beim Betrachten eines Ladens von außen gleichzeitig mitlesen können?

Das ist eine spannende Frage! Derzeit sieht es ja so aus, als ob Google mit der visuellen €žBenachteiligung€œ der reinen Google+ Local Einträge die Unternehmen €žbestraft€œ die ihren Eintrag nicht mit einer dazu passenden, lokalen Google+ Seite verknüpfen.  Nur verschmolzene Seiten erhalten die Option ein attraktives Banner zu verwenden und auch nur diese können ihre Einträge über das besser funktionierende Google+ Backend verwalten.

Am 2. April wurde übrigens, wie von mir in den vergangen Wochen des Öfteren sehnlich herbeigewünscht, das neue Google+ Local Dashboard in den US gelaunched. Dieses sieht sehr übersichtlich aus und wird hoffentlich viel besser funktionieren als das Bisherige. Nur Unternehmen, die ihre beiden Seiten miteinander verschmolzen haben, werden in den Genuss kommen, dieses neue Dashboard zu verwenden.

Es zeichnet sich also eine Verbesserung des Google+ Local Tools ab, die aktuell aber vor allem darauf hinausläuft, das soziale Netzwerk Google+ zu pushen.

Es ist daher gut möglich, dass nur wenige interessante Features und Funktionen in der kommenden Zeit bei Google+ Local hinzukommen, sondern dass Google womöglich wirklich noch abwartet und mittelfristig viel stärker auf die mobile Google Maps App sowie langfristig auf Google Glass setzt. Beide Tools eigenen sich perfekt für die lokale Suche und lokale Informationen in diesem Umfeld weisen maximale Relevanz auf. Es ist daher gut denkbar, dass man bei Bedarf beim Sightseeing seine Informationen per €žPush€œ zur Google Maps-App bzw. zu Google Now geschickt bekommt, oder aber man schaut sich tatsächlich noch vor dem Betreten des Ladens dessen Bewertungen im Google+ Local Eintrag an.

Die Zukunft hält für lokale Unternehmen in jedem Fall spannende Marketing-Potenziale bereit €“ die Kunst ist vor allem, den Durchblick zu behalten und das Unwichtige vom Wichtigen zu trennen. Ich hoffe, dass ich mit meinen Artikeln und Vorträgen einen kleinen Teil dazu beitragen kann etwas Licht ins €žDunkel€œ zu bringen €¦

Danke Sebastian für das ausführliche Interview!

Zu finden ist Sebastian übrigens auch auf seinem Google+-Profil:

Beitrag teilen...

0 thoughts on “10 Fragen an: Sebastian Socha, KennstDuEinen.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.