10 Fragen an Raoul Schreck: Outreach List Building

Dieser Artikel wurde im Blog der Barketing IMS GmbH veröffentlicht. LEAP/ ist der Zusammenschluss aus Barketing und ConversionLift.

Interview von: Peter Herzer Wieder einmal eine spannende Session in der Barketing Academy. Zu Gast war diesmal Raoul Schreck, ein Technik-affiner SEO, mit einem sehr praktischen Vortrag. Auch ihm durften wir im Anschluss unsere „10 Fragen an“ stellen, die er uns gern beantwortet hat.

1. Hallo Raoul, es freut mich, dass du uns nach deinem Besuch in der Academy noch unsere Fragen beantwortest. Stell dich doch bitte kurz vor und erzähl uns was du machst.

Aktuell leite ich die Agentur Buzzmatic und biete Dienstleistungen im Bereich Online-Marketing / SEO an. Hauptsächlich Beratung zu OnPage- sowie OffPage-Themen, Workshops und Unterstützung im Bereich Automatisierung/Prozessoptimierung.  Parallel arbeite ich mit 2 Partnern an einem StartUp namens kiipost. Davor war ich bei Groupon und Fashion For Home in leitenden Positionen im SEO tätig.

2. Dein Vortrag bei uns war sehr praxisorientiert. Wir konnten sehr viel mitnehmen. Erkläre doch bitte kurz an einer fiktiven Problemstellung was Outreach-Listen sind und wie eine mögliche Vorgehensweise zur Erstellung solcher Listen aussieht.

Damit ein Unternehmen langfristig im Bereich SEO Erfolg haben kann sollten hochwertige und zugleich sichere Links aufgebaut werden. Da die Links bei den wenigsten Unternehmen (gerade im E-Commerce Bereich) von selbst kommen sollten Maßnahmen ergriffen werden um die Linkpopularität zu steigern. Egal ob es sich dabei um direkte 1:1 Kooperationen oder um Content-Marketing handelt, der Prozess erfordert immer das identifizieren von potentiellen Linkquellen, damit diese im nächsten Schritt kontaktiert werden können. In meinem Vortrag habe ich erklärt wie man effektiv und schnell die passenden Partner identifiziert und Kontaktdaten ermittelt damit diese kontaktiert werden können. In meinem Vortrag habe ich das fiktive Beispiel eines E-Commerce Unternehmens gewählt, das eine Infobroschüre zum Thema Recycling erstellt hat, um an hochwertige Links zu kommen. Idealerweise sollte man sich bereits im Vorfeld der Erstellung eines solchen Contents über die Ziele im klaren sein. In diesem Fall könnten die Ziele lauten Links und Berichterstattung auf  Seiten zu bekommen, die sonst nicht über das Unternehmen berichten würden. Dazu zählen Umweltämter, Städte-Seiten, Kindergärten, Second-Hand-Läden, aber auch Blogs die sich mit dem Thema beschäftigen.

3. Es gibt einige Tools mit deren Hilfe man schnell an viele Daten kommt. Kannst du uns ein paar wichtige nennen mit denen du auch selbst arbeitest?

Im Vorfeld ist zu sagen, Tools können einem die Arbeit sehr erleichtern, aber ersetzen auf keinen Fall das menschliche Gehirn. Da ich selbst sehr technik-affin bin nutze ich auch viele Tools. Für die Partnerrecherche eignen sich dafür insbesondere folgende Tools: Scrapebox, GScraper, Yellabot, Import.io, Kimono Labs, GSA E-Email Spider und Followerwonk. Auch Webautomatisierungstools wie Ubot und ZennoPoster können bei dem Prozess sehr nützlich sein.

4. Ein sehr bekanntes Tool, mit dem sicher viele arbeiten, ist die Scrapebox. Was kann man mit diesem Tool machen und wo findet es Anwendung?

Scrapebox für mich immer noch eines der vielseitigsten und zugleich günstigsten SEO-Tools auf dem Markt. Ich bezeichne es immer gerne als Schweizer Taschenmesser für SEOs. Leider hat Scrapebox aufgrund der Blog-Commenting Funktion einen schlechten Ruf und wird daher von vielen „White-Hat-SEOs“ gemieden. Die Kernfunktion von Scrapebox ist wie der Name schon sagt, das Scrapen von Google Suchergebnissen. Dazu bietet das Programm viele weitere nützliche Funktionen und über 30 Plugins, die einem das Leben sehr erleichtern. Alle Funktionen hier vorzustellen würde den Rahmen sprengen, aber ich würde jedem, der im Bereich SEO tätig ist empfehlen, sich das Tool zuzulegen.

5.  Auch Import.io war eines der vorgestellten Werkzeuge. Wie kann man dieses nutzen?

Import.io ist ein Custom Scraping Tool, dass Scraping für jeden auch ohne technischen Hintergrund möglich macht. Hier kann man zum Beispiel Daten von einem Verzeichnis extrahieren, um diese dann weiter analysieren zu können. Damit spart man sich viel Copy-Paste-Arbeit.

6. Yellabot und Followerwonk sind vielleicht nicht allen bekannt. Sage uns doch bitte ein paar Worte zu diesen beiden Tools.

Yellabot ist ein Tool zum Extrahieren von Daten von Gelben Seiten. Das Tool unterstützt Gelbe Seiten in Deutschland, Yellow Pages in den USA, sowie einige andere Länder. Followerwonk ist ein Teil der Moz-Suite und ermöglicht die detaillierte Analyse von Twitter-Accounts, sowie das Extrahieren von Twitter Accounts, nach diversen Suchkritieren. So kann man sehr schnell Twitter-Accounts von Bloggern und Webmastern in spezifischen Nischen identifizieren.

7. E-Mailadressen sind sehr wichtig um den Content an den richtigen Stellen zu verbreiten. Mit welchem Tool kann man hier arbeiten?

Das Tool GSA-Email-Spider ist sehr effektiv im Auffinden von E-Mail-Adressen und Kontaktdaten.  Egal wie diese verschlüsselt sind, GSA-Email-Spider wird die Adressen mit aller Voraussicht aufspüren.

8. Was geschieht am Ende mit den ganzen Daten, die wir mit Hilfe der Tools gesammelt haben?

Nach dem alle relevanten Kontaktdaten gesammelt kategorisiert sind sollte man die Daten zuerst einer weiteren Analyse unterziehen. Zum Beispiel können so für die gesammelten Daten auf SEO-relevante Metriken ermittelt werden. Damit kann eine Priorisierung vorgenommen werden und die Daten können z.B. in 3 Gruppen aufgeteilt werden. Prio A Gruppe – Diese Partner sind sehr hochwertig und sollten sehr persönlich ggf. sogar per Telefon kontaktiert werden. Prio B Gruppe – wichtige Partner, die zumindest semi-personalisiert angesprochen werden sollten. Das heißt man sollte zumindest den Namen des Ansprechpartners recherchieren um diesen korrekt anzusprechen. Die Prio-C-Gruppe sind weniger relevante Seiten, die ggf. sogar mit einem breit gestreuten Massenanschreiben kontaktiert werden können. Beim Anschreiben empfehle ich eine Erfolgsmessung zu implementieren und auf keinen Fall alle Mails auf einen Schlag zu versenden. Dinge die man definitiv messen sollte sind: Öffnungsrate, Interaktionsrate, Response-Rate und letztendlich auch die Conversion-Rate. Mit diesen Erkenntnissen kann man den Kommunikationsstil verbessern und auch die Resultate deutlich steigern.

9. Gibt es noch weitere Tools, die man für die Datensammlung nutzen kann?

Die hier vorgestellten Tools sind sicherlich nur die Spitze des Eisbergs und viel hängt auch von persönlichen Präferenzen ab. Viele Tools, die auf monatlichen Abrechnungsmodellen basieren, haben auch schon diesbezügliche Module implementiert.  Dazu zählen zum Beispiel das Contact Finder Modul in Cempers LinkResearchTools und das Clique Hunter Modul in der Majestic SEO Suite. Auch Linkbird und Buzzstream bieten Tools an welche die o.g. Zwecke bedienen. Allerdings sind diese Tools meiner Meinung nach weniger flexibel als die hier vorgestellten Tools und richten sich vor allem an weniger technisch-affine User.

10. Nun haben wir ganz viele Daten gesammelt und gebündelt. Was sollte man jedoch bei der Nutzung all der Tools am Ende beachten?

Das wichtigste was es zu beachten gibt ist, dass kein Tool das Denken ersetzt. Keines der Tools spuckt automatisch Daten aus, ohne dass man sich davor genau im Klaren ist welche Daten gesammelt werden sollen. Zudem sollte definitiv vermieden werden potenzielle Partner voll-automatisiert anzuschreiben. Bei der Menge an Anfragen die z.B. Blogger jeden Tag in ihrem Posteingang haben ist das wenig vielversprechend und aufgrund der Vernetzung von Bloggern und Webmastern sogar sehr risikoreich.

Beitrag teilen...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.