10 Fragen an Mariano Glas – Basics der App Store Optimierung (ASO)

In der LEAP/ Academy war diesmal Mariano Glas von Serienjunkies zu Besuch. Mit einem sehr praxisorientierten Vortrag zur „Basics der App Store Optimierung und einigen witzigen Sprüchen im Gepäck wurde auch an die erfahrenen Mitarbeitern sehr viel Wissen weitergegeben. Mariano war so freundlich und hat uns anschliessend unsere „10 Fragen an“ beantwortet. Lest hier die spannenden Antworten:

1. Hallo Mariano, vielen Dank für deinen Besuch hier bei uns in der LEAP/ Academy. Dein Vortrag über „Basics der App Store Optimierung (ASO)” war sehr interessant, aber bevor du dich unseren Fragen stellen musst, stell dich noch einmal kurz vor und sag uns wo du herkommst.

Mein Name ist Mariano Glas und ich bin Gründer und Inhaber von Serienjunkies.de (http://www.serienjunkies.de). Seit einigen Jahren beschäftige ich mit dem Thema App Store Optimierung (ASO). Hier gebe ich Seminare und Workshops bei Firmen um Inhouse-Teams das Thema näher zu bringen. Agenturen buchen mein Fachwissen, um ihre Mitarbeiter zu schulen, damit sie für ihre Kunden das Thema ASO ebenfalls angehen können. ASO ist keine Hexerei. ASO ist Handwerk.

2. App Store Optimierung ist momentan ein zurecht großes Thema. Kannst du uns in wenigen Sätzen sagen, worum es dabei eigentlich geht?

App Store Optimierung behandelt eine Disziplin im Online Marketing. Dabei ist es das Ziel mit einer App oder einem Bundle von Apps organisch zu den gewählten Keywords möglichst weit oben im App Store des gewählten Anbieters oder Device zu ranken. Auch in den verschiedenen Leaderboards sollte die App möglichst weit oben zu finden sein. Eine Top-Platzierung sichert hohe Download-Zahlen und die Chance, dass der Kunde die App benutzt. Möglichst täglich und nachhaltig. 

3. Was sind deiner Meinung nach die größten Probleme und Herausforderungen, mit denen Anbieter bei ASO zu kämpfen haben?

Ganz eindeutig: Entwickler stellen „ihre“ App in den Store und erwarten ein Wunder. Schade, dass sie nun verhungern werden. Ich habe nichts gegen Entwickler. Ich bin ja selber einer dieser Nerds. Ein Entwickler ist ein Coder. Manchmal auch Grafiker oder Texter. Doch nicht ohne Grund gibt es Spezialisten. Ein Texter verfasst die Texte für die verschiedenen Stores. Und auch für die Update-Texte. Ein Grafiker kümmert sich um die Icons. Toll wäre, wenn er sich mit Icons schon länger beschäftigt. Nachbearbeiten der Screenshots gehört ebenfalls dazu. Das Video-Team macht Werbespots oder Hands-On-Videos. Das Social Media Team kümmert sich um Reach in den diversen Netzwerken. Und BI gräbt sich durch die Review, Nutzerfeedback und App-Tracking und versorgt so die Coder mit neuen Aufgaben. Langweilig wird es nie!

4. Welche essentiellen Schritte beinhaltet die Planung einer Optimierungsstrategie?

Der Launch einer App bedarf aber einer minutiösen Planung. Und auch wenn der Start der App mit einer ASO-Agentur oder dem Inhouse-Team geplant und umgesetzt wurde, ist die Arbeit hiermit nicht getan. Ein ASO-Manager hat tägliche Aufgaben zu erledigen. Das fängt beim täglichen Ranking-Check an und geht über die kontinuierliche Weiterentwicklung von Frontend und Backend bis hin zu Meetings mit dem BI-Team zur Verbesserung der App.

5. Welche KPI können hierbei definiert werden?

Downloads und Bewertung sowie Rankings sind hier immer noch die am häufigsten genutzten KPI. Ich gebe in meinen Seminaren den Teilnehmern gern noch mit an die Hand, dass sie unbedingt die Reviews zur App lesen und bewerten sollen. Es gibt doch kein besseres Testlabor als die freie Wildbahn. Damit will ich nicht sagen, dass Bananaware (App reift beim Kunden) auf den Markt geworfen wird. Aber neue Ideen bekommt man am schnellsten von den Nutzern der App. 

6. Welche Problematik besteht bei Suchanfragen und dem Suchverhalten von Nutzern in App Stores?

Derzeit ist leider viel Suggest-Spam aus Asien in den Stores vertreten. Leider bekommen das die Betreiber der Stores nicht in den Griff. Auch haben wir es mit dem Fat-Finger-Syndrome zu tun. Auch wenn es die Wikipedia höflich als „typographical error“ bezeichnet, kennen wir doch alle das Problem. Wir klicken auf den Bildschirm einen falschen Buchstaben oder das falsche Icon. Wenn ich nun mein Glück bei longtail keywords im App Store suche, werde ich kaum nennenswerte Erfolge damit haben. Es gibt kaum Nutzer, die mehr als ein Wort in die App-Store-Suche eingeben. Die „eierlegende Wollmilchsau“ – Keywords mit hohem Suchvolumen bei wenig Wettbewerb und hoher Relevanz finden.

7. Welche entscheidenden Onpage Parameter gilt es bei ASO zu beachten?

Ganz klar gilt es die Basics zu beachten: Text, Icon, Screenshot, Video und On-Boarding. Texte schreibt ein Texter, während Icons von einem Icon-Designer erstellt werden. Die Screenshots werden vom Grafiker nachbearbeitet. Und das Video-Team dreht nicht nur Werbespots sondern erstellt auch die Hands-On-Videos in den verschiedenen Auflösungen und den entsprechenden Lokalisierungen. Wichtig ist hierbei zu beachten: Lokalisierung ist keine starre Übersetzung. Nehmen Sie sich einen nativen Speaker. Es gibt genügend App-Unfälle in freier Wildbahn. 

8. Welche Unterschiede gibt es bei den verschiedenen App Stores zu beachten und welche Vor- und Nachteile bringen diese mit sich?

Im iOS-Store wird immer noch am meisten Geld verdient. Beim Google Play Store sind die Downloads am Höchsten. Ich sehe beide Systeme auf gleicher Höhe. Immer mehr werden Stores für andere Geräte wie Smartwatches oder Smart-TVs auf den Markt kommen. Und sogar Stores für Messenger gibt es bereits. Das Schreit zumindest nach einem App-Store-Manager, wenn man Umsätze mit der App machen will. Ist man eine App-First-Company sollte das idealerweise ein ganzes Team machen. 

9. Was ist Cybersquatting und wie beeinflusst es die App Store Optimierung?

Als Cybersquatting bezeichnen wir ein wissentlich gefälschtes digitales Produkt einer bekannten Marke in Umlauf bringen. Hierzu gibt es Teams bei den großen Shop-Betreibern, die sich darum kümmern. Derzeit gibt es in den USA eine Welle von Apps, die vortäuschen Apps großer bekannter Marken zu sein. Puma, Target und diverse Luxus-Marken haben damit Probleme. Kunden laden sich die Apps gutgläubig herunter. Sie werden dann zur Eingabe ihrer Daten bis hin zur Kreditkarte gebracht. Wir alle wissen, was das mit den Daten passiert. Cybersquatting ist ein sehr ernstes Thema. Davon sind alle Stores betroffen.

10. Und zum Abschluss deines tollen und interessanten Vortrags, hast du noch einen Geheimtipp für unsere Leser?

Ich glaube hier muss man zwei Anmerkungen machen: 

1. Denken Sie doch bitte einmal wie ein Kunde! Warum muss ich bei der Registrierung 15 Positionen abfragen, um nach einer Übertragung der Daten gesagt zu bekommen, dass hier ein Fehler vorliegt. Man kann das sofort bei der Eingabe im Feld prüfen. Und auch wenn ich dann registriert bin, machen mich klitzekleine Knöpfe ohne Sinn und Verstand in der App angeordnet wahnsinnig. Und es ist mittlerweile egal, ob ich die Kranich-Airline bin oder der Friseur in Berlin-Friedrichshain. Bei beiden Beispielen sind Ausgaben, die ich in der App zu erledigen habe, Klick-Orgien, die vereinfacht werden könnten.

2. Wer heute noch ohne App-Indexing arbeitet, sollte sich dringend darum kümmern. App-Indexing ist keine Hexerei und kann mit einfachen Schritten umgesetzt werden. Das ist an einem Vormittag aus technischer Sicht erledigt. Die Vorteile sind aber enorm. Der Kunde kommt mit einem Klick aus der organischen Suche auf die Zielseite innerhalb der App. Einfacher geht es doch nicht mehr. Jetzt liegt es nur noch an einer übersichtlichen UX und dem „Verhaften des Kunden“ steht nichts mehr im Wege. Er freut sich sogar wieder mit der App zu arbeiten, denn er hatte ein tolles Nutzererlebnis. 

Vielen Dank für deinen Besuch Mariano, wir freuen uns schon über deinen nächsten Besuch!

Beitrag teilen...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.